Michael K. Bewohner der Röblinseesiedlung
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Als ein gewisser Rowland Hill 1836 in England die verrückte Idee
hatte, das Porto für Briefe durch Aufkleben eines kleinen Stückchen
Papier auf dem Kuvert zu entrichten, dauerte es noch vier Jahre
bis die erste Briefmarke der Welt an einem Postschalter verkauft
wurde.
Heute sammeln allein in der Bundesrepublik ca. 4 Millionen Menschen diese kleinen bunten Bildchen. Selbst diesem Hobby verfallen bin ich als Schuljunge, da mein Vater Sammler war. Viele Jahre später habe ich dann die väterliche Sammlung übernommen und vervollständige sie bis in die Gegenwart.
Mein Hauptsammelgebiet ist Deutschland ab 1. Januar 1872. Marken anderer Länder
sammle ich zwar auch, aber nicht so ausgeprägt.
Briefmarken sammeln kann jeder, ob arm oder reich, jung oder alt. Und das Beschäftigen mit der einzelnen Marke, mit ihrem Motiv bildet. Briefmarken spiegeln Geschichte wieder. Es bedarf nicht seltener und berühmter alter Briefmarken. Auch Marken aus der neueren Zeit bieten viel Interessantes. Deshalb sammeln viele Philatelisten nicht mehr Länder, sondern Motive.
Auch wenn die Zeit der klassischen „Stars“ vorbei ist, so gibt es aber immer noch Kuriositäten unter den Marken.
1930 brachte die spanische Postverwaltung die „Nackte Maya“-Marke nach dem Gemälde des
Malers Goya heraus. Es gab stürmischen Protest
und begeisterte Zustimmung. In den USA führte
die Abbildung dieser Marke sogar zu einem Prozess.
Die Postverwaltungen Deutschland Ost und West brachten 1956 zum ersten Todestag des Dichters Thomas Mann je eine Gedenkmarke heraus.
Die Marke vom Rhein behauptete, er habe seinen Scheitel links getragen, die an der Spree sagte „rechts“. Wer hatte Recht?
Die nachfolgend abgebildete Briefmarke, die die Postdirektion der DDR,
zum 40. Jahrestag der deutschen Novemberrevolution herausgab,
wurde eine Stunde nach Schalteröffnung vom Verkauf zurückgezogen.
Das Gesicht unter dem Stahlhelm sah mehr asiatisch als deutsch aus.
Damals kostete die Marke 20 Pfg. Ost. Heute hat sie gestempelt einen
Katalogwert von ca. 70,- Euro.
Eine andere Besonderheit:

Auf der linken ostdeutschen Gedenkmarke sieht man Robert Schumann mit Noten von Schubert. Zweieinhalb Monate später
erschien eine Ausgabe mit berichtigten Noten (rechts).
Diese kleine Aufzählung könnte unendlich fortgeführt werden. Man stößt auf viele gedruckte Irrtümer
wenn man sich dieser Leidenschaft hingibt. So sitze ich, hauptsächlich im Winter, wie viele Männer gebeugt über kleine bunte Papierstücke.
„Sammler sind glückliche Menschen“, sagte Goethe.
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